Wer eine neue Lagerhalle baut, mietet oder bestehende Flächen neu strukturiert, steht schnell vor einer Vielzahl von Fragen: Wie groß sollte meine Lagerhalle werden? Wie viele Regale passen rein? Welches System passt zu meinen Waren? Was sagt der Gesetzgeber? Und welche Fehler kosten wirklich Geld?
Dieser Artikel beantwortet die sieben häufigsten und relevantesten Fragestellungen rund um die Dimensionierung eines Lagers – aus der Praxis, mit konkreten Antworten und dem Wissen von SCHULTE, einem der führenden deutschen Regalhersteller aus Arnsberg mit jahrzehntelanger Projekterfahrung.
1. Welche Schritte sind bei der Planung einer neuen Lagerhalle als erstes zu beachten?
Wer direkt mit Regalen anfängt, macht bereits den ersten Fehler. Eine solide Lagerplanung beginnt immer mit einer strukturierten Analyse – bevor auch nur ein Regal bestellt wird.
| Standortanalyse | Infrastruktur, Anbindung, Erweiterungsmöglichkeiten prüfen |
| Bedarfsanalyse | Welche Waren? Welche Mengen? Welche Umschlagshäufigkeit? |
| Funktionsbereiche | Wareneingang, Lagerzone, Kommissionierung, Versand planen |
| Lagerlayout | Warenfluss, Gangbreiten, vertikale Raumnutzung optimieren |
| Ausstattung & Technik | Regalsysteme, Fördertechnik auswählen |
| Sicherheit & Normen | Brandschutz, DIN-Normen, Baugenehmigung klären |
SCHULTE begleitet Unternehmen durch alle Phasen dieses Prozesses – von der Erstberatung vor Ort über die Erstellung eines maßgeschneiderten Logistik-Konzepts bis zur fachgerechten Montage und zertifizierten Regalinspektion.
| SCHULTE-Mehrwert | Spezialisierte SCHULTE-Lagerplaner analysieren gemeinsam mit dem Kunden den Ist-Zustand, qualifizieren die Produkte nach A/B/C-Kriterien und entwickeln daraus ein konkretes Logistik-Konzept. Das Ergebnis: optimierte Stückkosten, effizientere Funktionsbereiche und ein messbarer Rückgang der Zugriffszeiten. |
2. Wie berechne ich den tatsächlichen Flächenbedarf meines Lagers richtig?
Viele Unternehmen unterschätzen den Platzbedarf oder planen zu knapp – mit der Folge, dass nach wenigen Jahren entweder Chaos herrscht oder teuer nachgebaut werden muss. Die Flächenbedarfsrechnung berücksichtigt mehrere Dimensionen gleichzeitig.
Die wichtigsten Einflussgrößen:
- Artikelanzahl und Lagerguttyp (Stückgut, Paletten, Langgut)
- Umschlagshäufigkeit: schnelldrehende (A-Artikel) nah am Ausgang, langsamdrehende weiter entfernt
- Gangbreiten: abhängig vom Flurförderzeug (z.B. Schmalgang oder Breitgang)
- Regaltiefe und Rastermaß des Hallenbodens
- Pflichtflächen: Wareneingang, Kommissionierung, Versandbereich, Sozialräume
- Vertikale Raumnutzung: Hallenhöhe und Feuerwehrvorschriften
Faustregel:
Die Netto-Lagerfläche ist der Bereich der Halle, der für die eigentliche Lagerung vorgesehen ist. Dazu gehören Regale, Stellplätze und die notwendigen Fahr- und Bediengänge zwischen den Regalen. Nicht enthalten sind Bereiche wie Wareneingang, Kommissionierung, Verpackung, Versand, Büros oder Sozialräume.
Um die benötigte Hallengröße abzuschätzen, gilt häufig:
Netto-Lagerfläche × Faktor 1,4–1,6 = benötigte Brutto-Hallenfläche
Der genaue Faktor hängt unter anderem vom Regalsystem, den Gangbreiten und der Kommissionierstrategie ab.
| SCHULTE-Mehrwert | SCHULTE erstellt auf Basis einer detaillierten Bedarfsanalyse ein maßgefertigtes 3D-Lagerkonzept – inklusive Visualisierung der späteren Anlage. So sehen Kunden bereits vor dem ersten Spatenstich, wie ihr Lager aussehen und funktionieren wird. Korrekturen kosten dann Zeit, aber kein Geld. |
3. Welches Regalsystem passt zu meinem Lagergut – und wie entscheide ich mich richtig?
Die Wahl des falschen Regalsystems ist einer der kostspieligsten Planungsfehler überhaupt. Zu leichte Konstruktionen überlastet, zu schwere überdimensioniert – beides schadet dem Budget und der Sicherheit.
| Fachbodenregal (Steck- oder Schraubsystem) | Kleinteilelager, Archiv, Werkstätte; manuelle Bedienung (per Hand) |
| Weitspannregal | Sperrgut, Kartons, unverpackte Ware – ideal für breite Fachböden bis 3 m; manuelle Bedienung (per Hand) |
| Palettenregal | Europaletten, Schwerlast – Standard in Industrie und Logistik; Bedienung mit Flurförderzeugen |
| Kragarmregal | Langgut: Rohre, Profile, Holzbalken, Matratzen, Bedienung mit Flurförderzeugen |
| Mehrgeschossanlage / Bühne | Maximale Flächenausnutzung bei begrenzter Grundfläche durch Zwischenebenen |
Entscheidend ist nicht nur das Gewicht pro Fachboden, sondern auch die Zugriffshäufigkeit, das Flurförderzeug und die Raumhöhe. Ein zu niedriges Regal verschenkt wertvolle Kubatur; ein zu tiefes Regal zwingt zu ineffizientem Doppelgreifen.
| SCHULTE-Mehrwert | Als Hersteller mit eigenem Baukastensystem entwickelt SCHULTE Regalsysteme, die sich modular erweitern lassen. Ein heute als Fachbodenregal gestartetes System kann bei wachsenden Anforderungen zu einer mehrgeschossigen Anlage ausgebaut werden – ohne Neuinvestition in die Grundstruktur. |
4. Die 7 teuersten Fehler bei der Dimensionierung einer Regalanlage
Aus der Beratungspraxis von SCHULTE in hunderten Projekten hat sich gezeigt: Immer wieder tauchen dieselben Planungsfehler auf – und sie alle lassen sich vermeiden.
| # | Fehler | Folge / Was besser machen? |
| 1 | Keine Bodengutachten vor Planung | Regale kippen, Dübel halten nicht – der Boden muss auf Aufbau, Belastbarkeit, Fugen und Ebenheit geprüft werden. |
| 2 | Gangbreiten zu eng geplant | Stapler kommen nicht durch, Unfallrisiko steigt. Gangbreite immer auf das eingesetzte Flurförderzeug abstimmen. |
| 3 | Regalbelastung unterschätzt | Überlastung führt zu Verformung oder Einsturz. Tragfähigkeit (kg/Fachboden + Gesamtlast) muss verbindlich berechnet werden. |
| 4 | Vertikale Raumhöhe ignoriert | Bis zu 30 % mehr Kapazität durch Nutzung der Hallenhöhe. Hochregal bis 12 m möglich – wird aber selten geplant. |
| 5 | Brandschutz zu spät einbinden | Nachträglicher Sprinklereinbau ist extrem teuer. Brandschutzgutachten muss vor Regalplanung erstellt werden. |
| 6 | Kein Konzept für Warenflluss | Fehlende Zonierung von Eingang, Lager und Versand führt zu Staus und Doppelhandling. ABC-Analyse fehlt. |
| 7 | Keine regelmäßige Regalprüfung | Gesetzlich vorgeschrieben, aber häufig ignoriert. Schäden werden spät erkannt – mit fatalen Folgen für Sicherheit und Versicherungsschutz. |
| SCHULTE-Mehrwert | SCHULTE bietet unter dem Titel "8 teure Fehler bei der Planung & Realisierung von Regalanlagen" ein kostenloses Whitepaper an – erstellt aus jahrzehntelanger Beratungspraxis. Abrufbar unter schulte-lagertechnik.com. |
5. Warum spielt die Bodenbeschaffenheit bei der Regalplanung eine so entscheidende Rolle?
Der Boden ist das Fundament jeder Regalanlage – und wird dennoch in der Praxis häufig unterschätzt. Eine Regalkonstruktion, die nicht exakt auf den vorhandenen Boden abgestimmt ist, verliert langfristig an Stabilität und Nutzbarkeit.
Diese Bodenparameter müssen vor der Regalplanung erfasst werden:
- Bodenaufbau (Estrich, Beton, Beschichtung)
- Lage und Abstand von Dehn- und Scheinfugen
- Maximale Belastbarkeit in kN/m²
- Maximale Bohrlochtiefe für Dübelbefestigung
- Ebenheit und Toleranz nach DIN 18202
- Vorhandenes Gefälle (relevant für Fahrzeugbetrieb)
Besonders kritisch: Dehn- und Scheinfugen dürfen nicht mit Regalstützenfüßen überbrückt werden. Eine fehlerhafte Platzierung kann zu Rissen in der Bodenkonstruktion und zur Instabilität der gesamten Regalanlage führen.
| SCHULTE-Mehrwert | SCHULTE prüft die Bodenbeschaffenheit als integrierten Schritt der Lagerplanung. Die Erkenntnisse fließen direkt in die Auswahl der Fußplatten, Dübeltypen und Regalaufstellung ein. Kunden erhalten so eine Anlage, die langfristig stabil steht – nicht nur beim ersten Aufbau. |
6. Was muss ich bei Gangbreiten, Flurförderfahrzeugen und Verkehrswegen beachten?
Die Gangbreite ist eine der wirkungsstärksten Stellschrauben bei der Flächenausnutzung – und gleichzeitig eine der am häufigsten falsch geplanten. Zu enge Gänge sind gefährlich, zu breite verschwenden wertvolle Quadratmeter
| Handkommissionierung | Gangbreite i. d. R. 0,80–1,20 m (abhängig von Waren, Arbeitsablauf und ASR A1.8) |
| Elektrohubwagen | Gangbreite nach Herstellerangabe (Arbeitsgangbreite Ast), typ. ca. 1,8–2,3 m |
| Gegengewichtsstapler | Gangbreite nach Arbeitsgangbreite (Ast), typ. ca. 2,7–3,5 m (abhängig von Lastgabel) |
| Schalgangstapler | Gangbreite ca. 1,5–1,8 m (systemabhängig) |
| Automatische Bediengeräte | Gassenbreite nach Regalsystem, typ. ab ca. 1,3 m – maximale Flächeneffizienz |
Neben der reinen Gangbreite sind Kreuzungspunkte, Wendezonen am Regalende und Fluchtwege nach ASR A2.3 verbindlich zu berücksichtigen. Werden diese Flächen nicht eingeplant, kann es zur Versagung der Betriebsgenehmigung kommen.
Zudem verlangt die DGUV-Vorschrift 1 klare Kennzeichnung von Verkehrswegen sowie eine strikte Trennung von Fußgänger- und Fahrzeugbereichen.
Hinweis: Hauptgänge sind Verkehrswege mit regelmäßigem Personen- oder Fahrzeugverkehr, Nebengänge dienen überwiegend dem Zugriff auf Lagerplätze.
| SCHULTE-Mehrwert | Im Rahmen der 3D-Lagerplanung legt SCHULTE alle Gangbreiten, Fahrwege und Fluchtrouten maßstabsgerecht in der Visualisierung fest. So können Engstellen und Gefahrenpunkte schon in der Planung erkannt und beseitigt werden – bevor die erste Schraube angezogen wird. |
7. Welche Normen und Vorschriften gelten für Regalanlagen im gewerblichen Lager?
Gewerbliche Regalanlagen unterliegen einem umfassenden Regelwerk aus europäischen Normen, deutschen Vorschriften und berufsgenossenschaftlichen Regelungen. Wer diese ignoriert, riskiert Bußgelder, Betriebsunterbrechungen – und im schlimmsten Fall Personenschäden.
Die wichtigsten Normen im Überblick:
- DIN EN 15512 – Auslegung von Palettenregalen aus Stahl (Berechnung, Prüfung, Kennzeichnung)
- DIN EN 15878 – Terminologie für Regalanlagen
- DIN EN 15620 – Toleranzen, Verformungen und Spaltmaße bei Palettenregalen
- DIN EN 15629 – Spezifikation von Lagereinrichtungen
- DGUV Information 208-043 – Lagereinrichtungen und -geräte (Betriebssicherheit)
- ASR A1.8 – Verkehrswege (Breite, Kennzeichnung)
- ASR A2.3 – Fluchtwege und Notausgänge
- BetrSichV – Betriebssicherheitsverordnung (Prüfpflicht für Regale)
Besonders die regelmäßige Regalinspektion durch eine befähigte Person (PRÜFER nach DGUV) ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Prüfintervalle sind unternehmensspezifisch – in stark frequentierten Lagern mindestens einmal jährlich.
| SCHULTE-Mehrwert | SCHULTE bietet zertifizierte Regalinspektionen durch qualifizierte Prüfer an. Nach der Inspektion erhalten Kunden einen detaillierten Prüfbericht mit Schadensbewertung nach DGUV-Ampelsystem (grün/gelb/rot) und konkreten Handlungsempfehlungen – rechtssicher dokumentiert. |
8. Wie kann ich eine vorhandene Lagerfläche nachträglich besser ausnutzen, ohne umzuziehen?
Nicht immer ist ein Neubau oder Umzug die Antwort auf Platzmangel. Oft lässt sich durch gezielte Optimierung der bestehenden Fläche 20–40 % mehr Kapazität gewinnen – bei gleichem Grundriss.
Typische Hebel der Lageroptimierung:
- ABC-Analyse der Artikel: A-Artikel nahe Warenausgang platzieren, C-Artikel in obere Fachböden
- Nutzung der vertikalen Raumhöhe: Erweiterung bestehender Regale nach oben
- Umstieg auf Schmalgangstapler: mehr Regalreihen auf gleicher Fläche
- Mehrgeschossige Fachbodenregalanlage oder Systembühne einbauen
- Doppeltiefe Lagerung für B/C-Artikel (bei Palettenregal)
- Einführung eines digitalen Lagerverwaltungssystems (LVS) zur Platzoptimierung
Ein strukturiertes Lager-Audit – also eine professionelle Bestandsaufnahme des Ist-Zustands – ist der sinnvolle erste Schritt. Aus der Analyse von Warenstrom, Zugriffszeiten und Regalnutzung lassen sich konkrete Maßnahmen ableiten.
| SCHULTE-Mehrwert | SCHULTE führt Lageroptimierungen auf Basis einer vollständigen Ist-Analyse durch: Zugriffszeiten-Messung, A/B/C-Qualifizierung, Warenfluss-Bewertung und Bewertung der bisherigen Logistik-Prozesse. Das Ergebnis ist ein Logistik-Konzept mit messbaren Einsparungen bei Stückkosten und Durchlaufzeiten. |
9. Wie läuft eine professionelle Lagerplanung mit SCHULTE ab – von der Anfrage bis zur Montage?
Viele Unternehmen wissen nicht, was sie erwartet, wenn sie einen Regalspezialisten beauftragen. Der SCHULTE-Prozess ist klar strukturiert und auf maximale Planungssicherheit ausgelegt.
| Schritt 1: Erstkontakt & Bedarfsermittlung | Telefon, Kontaktformular oder Vor-Ort-Termin: SCHULTE erfasst Hallengröße, Lagergut und Anforderungen |
| Schritt 2: Ist-Analyse & Logistik-Konzept | Aufnahme des Ist-Zustands, Zugriffszeiten-Analyse, A/BC-Qualifizierung, Warenfluss-Bewertung |
| Schritt 3: 3D-Visualisierung | Maßstabsgetreue digitale Darstellung der geplanten Anlage - inkl. Gangbreiten, Verkehrswegen, Zonenplanung |
| Schritt 4: Angebot & Dimensionierung | Normkonforme Regalkonfiguration, Tragfähigkeitsnachweise, Stückliste und Preisangebot |
| Schritt 5: Montage | Fachgerechte Installation durch erfahrenes SCHULTE Montageteam - termingerecht und normkonform |
| Schritt 6: Regalinspektion & Wartung | Zertifizierte Erstinspektion nach Aufbau, danach regelmäßige Folgeprüfungen |
Dieser vollständige Service aus einer Hand – von der ersten Analyse bis zur Prüfurkunde – ist das, was SCHULTE von reinen Produktlieferanten unterscheidet.
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